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Inhalt
Aussehen und Wesen
Der Weißstirn-Messeraal, im Handel meist Black Ghost genannt, hat einen samtschwarzen Körper ohne Rückenflosse und bewegt sich vorwärts wie rückwärts, indem er eine lange Afterflosse wellenförmig bewegt. Zwei weiße Ringe am Schwanz und eine helle Blesse an der Schnauze machen ihn unverwechselbar. Er stammt aus Flüssen des Amazonas- und Orinoco-Beckens, lebt in dunklem Wasser und orientiert sich über ein schwaches elektrisches Feld, das er selbst erzeugt.
Er ist scheu und nachtaktiv, wird aber mit den Jahren oft erstaunlich zutraulich. Das Problem: Er wird klein und günstig verkauft, und kaum jemand erwähnt, dass er über 40 cm erreicht. Kein Fisch für Einsteiger oder durchschnittliche Gesellschaftsbecken, sondern eine langjährige Verpflichtung für Halter mit einem wirklich großen Aquarium.
Pflege und Aquarium
Ein ausgewachsenes Tier braucht etwa 500 Liter oder mehr, mindestens 150 cm Kantenlänge und genug Tiefe zum Wenden. Jungtiere wachsen schnell, ein kleines Startbecken verschiebt das Problem also nur. Er reagiert empfindlich auf Nitrat und plötzliche Schwankungen: gut eingefahrenes Becken, kräftige Filterung und großzügige wöchentliche Wasserwechsel sind Pflicht.
- Versteckröhre ist Pflicht: ein passendes PVC- oder Tonrohr, in dem er den Tag verbringt. Ohne Rückzugsort bleibt er gestresst und frisst nicht.
- Gedämpftes Licht, robuste oder Schwimmpflanzen und Wurzeln; feiner Sand verhindert Schürfwunden.
- Dichte Abdeckung: Nachts geht er auf Erkundung und kann springen.
- Mitbewohner: mittelgroße, ruhige Fische wie ausgewachsene Skalare, friedliche Buntbarsche ähnlicher Größe oder Harnischwelse. Kleine Salmler und Garnelen werden gefressen.
Zwei Tiere nur in sehr großen Becken, da sie untereinander territorial sind. Ohne schützende Schuppen verträgt er Kupfer und Malachitgrün schlecht: halbe Dosis oder schonende Mittel verwenden.
Fütterung
Er ist ein Fleischfresser und frisst vor allem in der Dämmerung. Gern genommen werden Rote Mückenlarven, Artemia, Mysis und Regenwürmer, frisch oder gefroren; mit Geduld gewöhnt er sich auch an sinkende Granulate für Raubfische. Füttere direkt nach dem Ausschalten des Lichts in der Nähe seines Verstecks, denn schnellere Mitbewohner schnappen ihm sonst alles weg. Ein mageres Jungtier ist ein Warnsignal.
Fortpflanzung
Eine Nachzucht im Heimaquarium ist praktisch unbekannt. Die Tiere im Handel sind Wildfänge oder stammen aus kommerziellen Zuchtbetrieben in Südostasien, die mit großen Anlagen und Hormonbehandlung arbeiten. Die Geschlechter sind schwer zu unterscheiden, und erwachsene Tiere streiten oft, deshalb lohnt sich ein Zuchtversuch zu Hause nicht. Wichtiger ist ein langes Leben: Gut gepflegt wird er deutlich älter als zehn Jahre.
Passende Mitbewohner
Arten aus unserer Datenbank, die bei Wasserwerten, Größe und Verhalten zu Weißstirn-Messeraal passen. Berechnet aus den Daten der einzelnen Steckbriefe.
Prachtschmerle Chromobotia macracanthus 500 l · 25–30 °C
Blood Parrot (Papageienbuntbarsch) Amphilophus hybrid 200 l · 24–28 °C
Küssender Gurami Helostoma temminckii 300 l · 22–28 °C
Augenfleckbuntbarsch (Severum) Heros severus 300 l · 24–29 °C
Haibarbe Balantiocheilos melanopterus 1.000 l · 22–28 °C
Geophagus altifrons Geophagus altifrons 600 l · 26–30 °C
Gemeiner Harnischwels Pterygoplichthys pardalis 500 l · 22–28 °C
Schwarzlinien-Harnischwels Panaque nigrolineatus 400 l · 22–28 °C
Pfauenaugen-Stachelaal Macrognathus siamensis 200 l · 23–28 °C
Senegal-Flösselhecht Polypterus senegalus 300 l · 24–28 °C Prüfe die Verträglichkeit deines ganzen Aquariums →
Nicht vergesellschaften mit
Beliebte Arten, die du nicht mit Weißstirn-Messeraal zusammen halten solltest – und warum.
- Antennenwels: einer kann den anderen wegen der Größe fressen
- Bitterlingsbarbe: einer kann den anderen wegen der Größe fressen
- Sumatrabarbe: einer kann den anderen wegen der Größe fressen
- Siamesischer Kampffisch: einer kann den anderen wegen der Größe fressen
- Metallpanzerwels: einer kann den anderen wegen der Größe fressen
- Pandapanzerwels: einer kann den anderen wegen der Größe fressen
- Zebrabärbling: einer kann den anderen wegen der Größe fressen
- Diskusfisch: unverträgliche Temperaturen, einer kann den anderen wegen der Größe fressen
Empfohlene Ausstattung
Was du für eine gute Haltung von Weißstirn-Messeraal brauchst, abgeglichen mit dem Angebot bei Amazon.
Häufige Fragen
Wie viele Liter braucht man für Weißstirn-Messeraal?
Mindestens etwa 500 Liter. Mehr Platz hilft immer, die Wasserwerte stabil zu halten.
Welche Wassertemperatur braucht man für Weißstirn-Messeraal?
Zwischen 23 und 28 °C bei einem pH-Wert von 6 bis 7.5.
Mit welchen Fischen lässt sich Weißstirn-Messeraal vergesellschaften?
Nach Wasserwerten, Größe und Verhalten passen Arten wie Prachtschmerle, Blood Parrot (Papageienbuntbarsch), Küssender Gurami, Augenfleckbuntbarsch (Severum) und Haibarbe. Mit unserem Verträglichkeitsrechner kannst du dein ganzes Aquarium prüfen.
Weißstirn-Messeraal: Ist die Haltung mit Garnelen möglich?
Nicht empfehlenswert: Wegen der Größe oder aus Instinkt werden Garnelen gefressen.



