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Wasserwerte im Aquarium: Idealwerte und richtig testen

Ammoniak, Nitrit, Nitrat, pH, KH, GH, Temperatur und TDS: was jeder Wasserwert im Aquarium bedeutet, welche Idealwerte gelten und wie du sie richtig misst.

Von Das AcuarioSano-Team Aktualisiert am 5 Min. Lesezeit
Wasserwerte im Aquarium: Idealwerte und richtig testen

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Aquarienwasser kann glasklar und trotzdem giftig sein. Fische leben rund um die Uhr darin, ihre Gesundheit hängt also von Werten ab, die man nicht sieht: Ammoniak, Nitrit, Nitrat, pH-Wert, Härte und Temperatur, um nur die wichtigsten zu nennen. In diesem Ratgeber erklären wir, was jeder Wert bedeutet, welche Idealwerte für ein tropisches Süßwasseraquarium gelten, wie du sie misst und was sie steigen oder fallen lässt.

Das Wichtigste: Ammoniak und Nitrit immer bei 0; Nitrat unter 25-40 mg/l; Temperatur stabil bei 24-27 °C für die meisten tropischen Fische; und vor allem Stabilität. Ein leicht abweichender, aber konstanter pH-Wert ist besser als ein perfekter, der ständig schwankt.

Tabelle der Idealwerte

Diese Bereiche gelten für ein typisches tropisches Gesellschaftsbecken. Manche Arten haben andere Ansprüche, die du in der Hinweisspalte und im jeweiligen Artenporträt findest.

WasserwertIdealwertHinweise
Ammoniak/Ammonium (NH3/NH4)0 mg/lJeder messbare Wert deutet auf ein Problem hin
Nitrit (NO2)0 mg/lSchon in geringen Mengen sehr giftig
Nitrat (NO3)< 25-40 mg/l< 20 mg/l für Garnelen und empfindliche Arten
pH-Wert6,5-7,56-7 für Weichwasserfische; 7,8-8,5 für Malawi- und Tanganjika-Buntbarsche
KH (Karbonathärte)3-8 °dKHUnter 2-3 °dKH wird der pH-Wert instabil
GH (Gesamthärte)6-12 °dGH4-8 für Weichwasser; 12-20 für Lebendgebärende und afrikanische Buntbarsche
Temperatur24-27 °CKaltwasser (Goldfisch, Medaka) bei Raumtemperatur
TDS bzw. Leitwert150-350 ppmVor allem im Garnelenbecken nützlich

Ammoniak, Nitrit und Nitrat: der Stickstoffkreislauf

Diese drei Stoffe sind die Stufen des Stickstoffkreislaufs. Fische scheiden Ammoniak über die Kiemen aus, und auch Futterreste und organischer Abfall setzen es beim Zersetzen frei. In einem eingefahrenen Aquarium wandeln bestimmte Filterbakterien es in Nitrit um, andere das Nitrit in Nitrat. Deshalb muss ein neues Becken 4 bis 6 Wochen einfahren, bevor Fische einziehen.

Ammoniak

Es verätzt Kiemen und Haut. Seine Giftigkeit steigt mit pH-Wert und Temperatur: Über pH 7 liegt ein größerer Anteil als freies Ammoniak (NH3) vor, die gefährlichste Form. Überbesatz, Überfütterung, ein unentdeckter toter Fisch oder ein zu gründlich gereinigter Filter treiben es nach oben.

Nitrit

Es verhindert den Sauerstofftransport im Blut. Deshalb schnappen vergiftete Fische an der Oberfläche nach Luft, selbst bei guter Belüftung. Nitrit tritt beim Einfahren auf und immer dann, wenn etwas die Bakterienkolonien schädigt, etwa Medikamente oder das Auswaschen des Filters mit Leitungswasser.

Nitrat

Es ist das Endprodukt und reichert sich langsam an. Nur Wasserwechsel und zum Teil schnellwachsende Pflanzen senken es. Dauerhaft hohe Werte verkürzen die Lebenserwartung der Fische und fördern Algen. Ausführlich dazu im Ratgeber zu Nitrit und Nitrat.

Wenn du Ammoniak oder Nitrit misst: Wechsle noch am selben Tag 30-50 % mit aufbereitetem, temperaturgleichem Wasser, stelle das Füttern für 24-48 Stunden ein und suche die Ursache. Ein Wasseraufbereiter, der Ammoniak bindet, hilft im Notfall, ersetzt aber keinen Wasserwechsel.

pH-Wert, KH und GH: Säure und Härte

pH-Wert

Er gibt an, wie sauer oder basisch das Wasser ist, auf einer Skala von 0 bis 14, wobei 7 neutral ist. Jeder Punkt entspricht dem Faktor zehn, ein Sprung von 7 auf 6 ist also viel größer, als er aussieht. Die meisten Fische aus dem Handel kommen mit pH 6,5-7,5 gut zurecht. Weichwasserarten wie der Diskus bevorzugen 6-7, afrikanische Buntbarsche wie der Labidochromis caeruleus brauchen 7,8-8,5. Wenn du ihn anpassen musst, dann langsam: Wie das geht, steht in pH-Wert im Aquarium senken oder erhöhen.

KH (Karbonathärte)

Sie puffert Schwankungen des pH-Werts ab. Bei 3-8 °dKH bleibt der pH stabil; unter 2-3 °dKH kann er plötzlich abstürzen (Säuresturz), besonders in Becken mit viel organischer Belastung oder CO2-Düngung. Regelmäßige Wasserwechsel ersetzen die verbrauchte KH.

GH (Gesamthärte)

Sie zeigt, wie viel Kalzium und Magnesium gelöst sind. Sie beeinflusst die Osmoregulation der Fische, die Häutung von Garnelen und Schnecken und die Pflanzengesundheit. Lebendgebärende (Guppys, Mollys, Platys) mögen hartes Wasser; Salmler, Bärblinge und Diskus bevorzugen weiches.

Temperatur und TDS

Die Temperatur steuert den Stoffwechsel der Fische, den Sauerstoffgehalt und die Giftigkeit von Ammoniak. Für die meisten tropischen Arten liegt der Bereich bei 24-27 °C. Wichtiger als der genaue Wert ist, dass er im Tagesverlauf nicht mehr als 1-2 °C schwankt. Ein Regelheizer (Faustregel: etwa 1 Watt pro Liter) und ein zuverlässiges Thermometer sind Pflicht. Mehr dazu im Ratgeber zur richtigen Aquarientemperatur.

TDS (gelöste Feststoffe insgesamt) misst in ppm alles, was im Wasser gelöst ist: Mineralien, Salze, Nitrat, organische Stoffe. Der Wert sagt nicht, was gelöst ist, sondern nur wie viel. Für konstante Bedingungen im Garnelenbecken und zur Kontrolle von Osmosewasser ist er aber sehr hilfreich. In Deutschland wird oft auch der Leitwert in µS/cm angegeben, der dasselbe beschreibt. Steigt der TDS zwischen den Wasserwechseln stark an, sammeln sich Stoffe an und du solltest mehr Wasser wechseln.

So misst du die Wasserwerte

Es gibt drei Arten von Tests, jede mit Vor- und Nachteilen:

  • Teststreifen: schnell und bequem, messen mehrere Werte auf einmal. Sie sind ungenauer und verderben nach dem Öffnen der Dose schnell. Gut für eine Stichprobe.
  • Tröpfchentests (Flüssigreagenzien): genauer und pro Messung günstiger. Komplettkoffer von Marken wie JBL, Sera, Tetra oder API decken Ammonium, Nitrit, Nitrat, pH, KH und GH ab. Das ist die empfohlene Wahl.
  • Elektronische Messgeräte: für pH, TDS bzw. Leitwert und Temperatur. Sehr praktisch, pH-Messgeräte müssen aber regelmäßig kalibriert werden.

Optionen vergleichen kannst du in unserer Auswahl an Wassertests fürs Aquarium. So misst du zuverlässig:

  1. Nimm die Probe in halber Beckenhöhe, weit weg vom Filterauslauf, und vor dem wöchentlichen Wasserwechsel.
  2. Spüle die Küvette mit Aquarienwasser und halte dich genau an die Anleitung: Tropfenzahl, Reihenfolge und Wartezeit.
  3. Schüttle die Reagenzien, bei denen es verlangt wird (beim Nitrattest meist kräftig).
  4. Lies die Farbe bei Tageslicht vor weißem Hintergrund ab.
  5. Notiere die Ergebnisse mit Datum. Trends sagen mehr als eine Einzelmessung.

In einem neuen Becken misst du Ammonium, Nitrit und Nitrat während der Einfahrphase alle 2-3 Tage. In einem stabilen Aquarium reicht einmal pro Woche oder alle zwei Wochen, und immer dann, wenn sich die Fische auffällig verhalten.

Typische Fehler bei den Wasserwerten

  • Einem bestimmten pH-Wert mit Chemie hinterherjagen: Das erzeugt Schwankungen, die mehr stressen als ein leicht abweichender pH.
  • Abgelaufene Tests verwenden: Reagenzien haben ein Verfallsdatum und liefern danach falsche Werte.
  • Nur den pH-Wert messen: Er verrät nichts über Ammoniak oder Nitrit, und genau die sind tödlich.
  • Direkt nach dem Wasserwechsel messen: Die Werte sehen dann besser aus, als sie sind.
  • Fische auswählen, ohne das eigene Leitungswasser zu kennen: Es ist viel einfacher, Arten passend zum Wasser zu wählen, als das Wasser umzubauen. Die Werte erfährst du auch bei deinem Wasserversorger.
  • Klares Wasser für gesundes Wasser halten: Ammoniak und Nitrit sind unsichtbar.

Was die einzelnen Werte beeinflusst

  • Ammoniak steigt: Überfütterung, Überbesatz, tote Fische oder Pflanzen, zu kleiner oder frisch gereinigter Filter.
  • Nitrat steigt: zu wenige Wasserwechsel, viel Futter, wenige oder keine Pflanzen.
  • pH sinkt: niedrige KH, Wurzeln und Laub (Gerbstoffe), CO2-Düngung, organische Ablagerungen.
  • pH und Härte steigen: kalkhaltige Steine, Muscheln, Korallensand, hartes Leitungswasser.
  • TDS steigt: Nachfüllen ohne Wasserwechsel, Dünger und Zusätze, Mineralsalze für Garnelen.

Wer seine Wasserwerte kennt, kann Problemen vorbeugen, statt erst zu reagieren, wenn Fische schon krank sind. Und wenn etwas schiefläuft, ist die erste Maßnahme fast immer dieselbe: ein ordentlicher Wasserwechsel.

Empfohlenes Zubehör zu diesem Ratgeber

Wassertests fürs Aquarium 8.9 AcuarioSano-Wertung: 8.9 von 10
Wasseraufbereiter für das Aquarium 9.5 AcuarioSano-Wertung: 9.5 von 10
Aquarium-Thermometer 9.0 AcuarioSano-Wertung: 9.0 von 10

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte sind am wichtigsten?+

Ammoniak, Nitrit und Nitrat, weil sie zeigen, ob der Filter arbeitet und ob das Wasser giftig ist. Danach kommen Temperatur und pH-Wert. KH, GH und TDS sind für bestimmte Tiere wie Garnelen, afrikanische Buntbarsche oder Weichwasserfische wichtig.

Wie oft sollte man das Aquarienwasser testen?+

Während der Einfahrphase alle 2-3 Tage. In einem stabilen Becken einmal pro Woche oder alle zwei Wochen, jeweils vor dem Wasserwechsel. Teste außerdem immer, wenn Fische apathisch wirken, nach Luft schnappen oder nicht fressen.

Sind Teststreifen zuverlässig?+

Für eine schnelle Kontrolle reichen sie, sie sind aber ungenauer als Tröpfchentests, vor allem bei Nitrit und Nitrat, und verderben durch Feuchtigkeit. Beim Einfahren oder bei Problemen solltest du Flüssigreagenzien verwenden.

Welchen pH-Wert brauchen Aquarienfische?+

Die meisten Fische aus dem Handel kommen mit pH 6,5 bis 7,5 zurecht. Weichwasserarten wie Diskus, Salmler oder Apistogramma bevorzugen 6 bis 7, Malawi- und Tanganjika-Buntbarsche brauchen 7,8 bis 8,5. Stabilität ist wichtiger als der exakte Wert.

Was ist TDS und muss ich es messen?+

TDS ist die Menge der gelösten Feststoffe im Wasser, angegeben in ppm. Im Gesellschaftsbecken ist der Wert nicht zwingend, aber sehr nützlich im Garnelenbecken, bei Osmosewasser oder um zu prüfen, ob sich zwischen den Wasserwechseln Stoffe ansammeln.

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