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Wasser & Pflege

Algenmittel fürs Aquarium: erst die Ursache, dann das Mittel

Ein Algenmittel kann das Becken in wenigen Tagen sauber bekommen, doch solange die Ursache bleibt, kommen die Algen zurück. Algen sind ein Symptom für ein Ungleichgewicht, keine Krankheit, die man mit einer Flasche heilt.

Von Das AcuarioSano-Team Aktualisiert am 5 Min. Lesezeit
Algenmittel fürs Aquarium

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Warum Algen im Aquarium wachsen

Algen entstehen, wenn etwas im Überschuss vorhanden ist, das die Pflanzen nicht verwerten: Licht, Nährstoffe oder beides. Die häufigsten Ursachen sind immer dieselben: zu lange Beleuchtung oder eine zu starke Leuchte, zu viel Futter, hohe Nitrat- und Phosphatwerte durch ausgelassene Wasserwechsel, zu wenige Pflanzen oder Pflanzen, die mangels CO2 nicht wachsen, und neue Becken, die sich noch nicht eingependelt haben.

Deshalb ist der erste Schritt nie das Mittel, sondern die Diagnose. In unserem Ratgeber zu Algen im Aquarium erfährst du, wie man die einzelnen Arten erkennt; hier geht es darum, welche Mittel es gibt und wann sie sich lohnen.

Zuerst die Ursache beheben

  1. Licht: 6-8 Stunden pro Tag mit Zeitschaltuhr; in neuen Becken mit 6 beginnen. Achte darauf, dass keine direkte Sonne aufs Becken fällt. Mehr dazu im Ratgeber zur Beleuchtungsdauer.
  2. Nährstoffe: Nitrat und Phosphat messen, wöchentlich 20-30 % Wasser wechseln und nur so viel füttern, wie in 2-3 Minuten gefressen wird.
  3. Pflanzen: schnellwachsende Stängelpflanzen und Schwimmpflanzen einsetzen; sie konkurrieren direkt mit den Algen um Licht und Nährstoffe.
  4. CO2 und Düngung: In stark beleuchteten Pflanzenbecken sind schwankendes CO2 oder unausgewogene Düngung die klassische Ursache für Pinsel- und Fadenalgen. Mehr dazu unter CO2 im Aquarium.
  5. Manuelle Entfernung: Vor jeder Behandlung so viel wie möglich von Hand oder mit einer Bürste entfernen.

Tipp: Ändere immer nur eine Sache und warte zwei Wochen ab. Wer gleichzeitig das Licht reduziert, den Dünger wechselt und ein Algenmittel dosiert, weiß hinterher nie, was geholfen hat.

Algenmittel im Vergleich

ArtWogegenVerträglichkeit für Garnelen und PflanzenWann einsetzen
Flüssigcarbon (Glutaraldehyd o. Ä.)Pinsel- und Hirschgeweihalgen, punktuell dosiertheikel: schädigt Vallisneria, Moose und Riccia; in hoher Dosis belastend für Garnelengezielte Behandlung mit der Spritze an der betroffenen Stelle
Allgemeine AlgizideGrün- und Fadenalgen, grünes Wasserunterschiedlich: Packungsangaben lesen; viele sind nicht garnelen- oder schneckensicherstarker Befall, nachdem die Ursache behoben ist
Mittel gegen Blaualgenblaugrüne, schmierige Beläge (Cyanobakterien)unterschiedlich; manche enthalten Antibiotika und stören die Filterbakteriennur wenn Absaugen, Dunkelphase und Wasserwechsel nicht reichen
Klärer und UV-Klärergrünes Wasser durch Schwebealgensicher für Tiere und Pflanzenhartnäckig grünes Wasser
Phosphatentfernerhohes Phosphat aus Leitungswasser oder Futtersicher, aber nicht im gedüngten PflanzenbeckenBecken ohne Pflanzen mit hohem Phosphat

Marken wie JBL, Sera, Tetra, Easy-Life, Dennerle, Seachem oder eSHa bieten Mittel jeder Art an. Prüfe immer, ob der Hersteller das Produkt als verträglich für Garnelen, Schnecken und empfindliche Pflanzen angibt, und meide alles mit Kupfer, wenn du Wirbellose hältst. Dosiere nach dem tatsächlichen Wasservolumen, nicht nach dem Bruttoinhalt des Beckens.

Achtung: Wenn viele Algen auf einmal absterben, wird organisches Material frei und Sauerstoff verbraucht. Während der Behandlung für mehr Belüftung sorgen, die Dosis nicht überschreiten, abgestorbene Algen entfernen und nach einigen Tagen einen Wasserwechsel machen. Aktivkohle nur entfernen, wenn der Hersteller es verlangt.

Algenfressende Tiere

Algenfresser ersetzen nicht die Ursachenbekämpfung, helfen aber sehr, kleine Rückfälle im Zaum zu halten:

  • Otocinclus: klein, friedlich und Spezialisten für Algenbeläge auf Blättern und Scheiben. Sie brauchen eine Gruppe und ein eingefahrenes Becken.
  • Amanogarnele: eine der besten Fadenalgenvertilgerinnen; eine kleine Gruppe leistet in mittleren Becken beachtliche Arbeit.
  • Rennschnecke: putzt Scheiben, Steine und Blätter, ohne Pflanzen zu fressen, und vermehrt sich im Süßwasser nicht.

Keines dieser Tiere frisst alle Algen, und keines rettet ein Becken mit zehn Stunden Licht und explodierendem Nitrat.

Typische Fehler mit Algenmitteln

  • Das Mittel dosieren, ohne sonst etwas zu ändern, und es jeden Monat wiederholen, als wäre es Pflege.
  • Ein Algizid im Garnelenbecken einsetzen, ohne die Verträglichkeit zu prüfen.
  • Flüssigcarbon in voller Dosis in einem Becken mit Vallisneria oder Moosen verwenden.
  • In den ersten Wochen des Einfahrens behandeln, obwohl Kieselalgen dann normal sind und von selbst verschwinden.
  • Algenfresser für ein Becken ohne Algen kaufen: Sie verhungern dann.

Für diesen Vergleich werten wir technische Daten, verifizierte Bewertungen und Praxiskriterien aus, testen die Produkte aber nicht selbst.

Häufige Fragen

Wirken Algenmittel im Aquarium?+

Ja, sie beseitigen die vorhandenen Algen, aber ohne Behebung der Ursache (zu viel Licht oder Nährstoffe, zu wenig CO2 und Pflanzen) kommen sie in wenigen Wochen zurück. Sie sind eine Unterstützung, keine Lösung.

Welches Algenmittel ist garnelensicher?+

Nur Mittel, die der Hersteller ausdrücklich als verträglich für Wirbellose und kupferfrei ausweist. Auch dann unter der Höchstdosis bleiben und die Garnelen in den ersten Stunden beobachten.

Wie bekomme ich grünes Wasser weg?+

Licht reduzieren, Wasser wechseln und direkte Sonne vermeiden. Hält es sich, ist ein UV-Klärer die wirksamste Lösung und für Fische, Garnelen und Pflanzen unbedenklich.

Sind Algen in einem neuen Aquarium normal?+

Ja. Braune Kieselalgen (Diatomeen) sind in den ersten Wochen sehr häufig und verschwinden meist von selbst, sobald das Becken eingefahren ist. Eine Behandlung mit Mitteln ist nicht nötig.

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